Informationen rasch und umfassend: EDV bei RISM
Etwa 4000 Titel von Musikhandschriften und 500 Titel von Musikdrucken wurden bis November 2001 in Stams erfasst. Seit Sommer 1994 findet ein spezielles, von RISM entwickeltes Programm zur Katalogisierung der Musikhandschriften Verwendung, das auch Kollegen in anderen Ländern benützen. In die Datenbank eingegebene Titel können schnell nach Komponist, Bearbeiter, Werktitel, Besetzung, Notenmaterial, Notenprovenienz, Notenincipit usw. abgefragt werden. In bestimmten Zeitabständen werden die Titelaufnahmen aus Innsbruck der RISM-Zentrale in Frankfurt am Main übermittelt und dort in die internationale Datenbank integriert. Damit sind Daten aus Tirol für Anfragen weltweit verfügbar. Andererseits werden für Tirol relevante Daten, die möglicherweise aus einer anderen RISM-Arbeitsstelle in Frankfurt eintreffen, von dort nach Innsbruck weitergegeben. Bis vor kurzem wurden Kataloge von Musikalienbeständen in gedruckten Bandkatalogen veröffentlicht, teilweise hält man auch noch derzeit an diesem Verfahren fest. Doch zeigt sich gerade bei umfangreichen Beständen die Katalogpublikation auf elektronischem Weg hinsichtlich der Benützung, insbesondere des schnellen Zugriffs auf die gewünschte Information, unserer Erfahrung nach als dem Buch überlegen. Die RISM-Zentrale edierte im Dezember 2001 die 9. Ausgabe ihrer CD-ROM "RISM Serie A/II. Musikhandschriften nach 1600. Thematischer Katalog" (München [u.a.]: Saur) mit 380.000 weltweit in 6.000 Bibliotheken verstreuten Werktiteln von 20.000 Komponisten. Sie verzeichnet aus Tirol u.a. wieder den Notenbestand des Dominikanerinnenklosters Lienz im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, dessen Katalog 1984 in Buchform erschienen ist. Eine jeweils ältere Version der RISM-CD-ROM steht im Internet, so dass ein - freilich noch geringer - Teilbestand der Musiksammlung des Tiroler Landesmuseums über das Internet konsultiert werden kann.
Zum Gesamtbestand an Musikalien in Nord- und Osttirol Nach der Auflösung der Innsbrucker Hofmusikkapelle im Jahre 1724 - bzw. definitiv 1748 - waren Pfarrkirchen in Stadt und Land, Klöster, Musikvereine oder Adelsansitze in Tirol die bedeutendsten Stätten der Musikpflege im Land. Der originäre Musikalienbestand der Innsbrucker Hofkapelle ist verschollen, doch kann z.B. das gedruckt erschienene Repertoire der Innsbrucker Hofmusik des 16. und 17. Jahrhunderts zu einem beachtlichen Teil durch die RISM-Dokumentation aus der Überlieferung in europäischen Bibliotheken und Archiven rekonstruiert werden. Die Musiksammlung des Tiroler Landesmuseums kooperiert erfolgreich mit RISM und hat dadurch bereits einen Großteil "Innsbrucker Musikalien" in Kopien zurück gewinnen können. In Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt, Landeskonservatorat für Tirol, werden sukzessive weitere Musikalienbestände im Land eruiert und gesichtet. Bislang wurden folgende Bestände erhoben: Absam, Pfarrkirche St. Michael Absam, Privat Achenkirch, Pfarrkirche Arzl im Pitztal, Pfarrkirche Breitenwang, Pfarrkirche Elbigenalp, Pfarrkirche Fulpmes, Privat Fulpmes, Musikkapelle Grän, Pfarrkirche Häselgehr, Pfarrkirche Hall i. T., Pfarrkirche St. Nikolaus Holzgau, Pfarrkirche Innsbruck, Musikverein (Tiroler Landeskonservatorium) Innsbruck, Pfarrkirche Arzl (zum Hl. Johannes dem Täufer) Innsbruck, Pfarrkirche St. Jakob (Dom) Innsbruck, Privat (mehrfach) Innsbruck, Servitenkloster Innsbruck, Stift Wilten Innsbruck, Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Musiksammlung(Teilbestand Nachlass Nikolaus Knoll/Achenkirch und Pfarrkirche Virgen) Jochberg, Pfarrkirche Kitzbühel, Pfarrkirche Kitzbühel, Stadtarchiv Kufstein, Pfarrkirche (ausgelagert im E. B. Konsistorialarchiv Salzburg) Ladis, Pfarrkirche Pinswang, Pfarrkirche Reutte, "Grünes Haus" Sillian, Pfarrkirche Schwaz, Pfarrkirche Stockach, Expositurkirche Oberstockach Tannheim, Heimatmuseum Tannheim, Privat Uderns, Privat Wängle, Pfarrkirche Detailinformationen zu Umfang und Konsistenz dieser Archivalien liegen im Institut für Tiroler Musikforschung, im Bundesdenkmalamt/Landeskonservatorat für Tirol und in der Kulturabteilung der Tiroler Landesregierung auf. Für die genannten Bestände macht die Summe an Musikhandschriften des 18. und 19. Jahrhunderts etwa zehntausend aus, ebenso für die Musikdrucke. Zwar ergibt sich hiermit bereits ein stattlicher Einblick in die Tiroler Quellenlage und das einstige Musikrepertoire, doch sind die Erhebungen für eine Gesamtschau fortzuführen und zu intensivieren. Trotz der Auswirkungen der Säkularisation, des Cäcilianismus im 19. Jahrhundert und anderer Ereignisse, die Schuld an der Dezimierung der Musikalien vor allem des 18. Jahrhunderts tragen, können aus den Relikten viele Fragen erhellt werden. Von den Beständen der Pfarrkirchen Schwaz und Jochberg, des "Grünen Hauses", des Stiftes Wilten und von Privat in Uderns wurden einzelne besonders bemerkenswerte, singuläre Titel in die RISM-Datenbank integriert, ebenso der Gesamtbestand des Stadtarchivs Kitzbühel. Ihre bereits erfolgte Publikation auf der RISM-CD-ROM (s.o.) bringt wertvolle Auskünfte an die Öffentlichkeit, noch bevor die jeweiligen Gesamtbestände im Detail aufgearbeitet werden können. Im Rahmen der Lehrtätigkeit der Verfasserin am Institut für Musikwissenschaft der Universität Innsbruck wurden mit einer Studentengruppe einige ausgewählte Musikhandschriften aus der Pfarrkirche Virgen erfasst, so dass auf der RISM-CD-ROM über Lienz hinaus weitere spezifische Tirolensien aus Osttirol schon allgemein präsent sind. Ein zu Stams parallel laufendes Arbeitsvorhaben bildet die Katalogisierung des repräsentativen Musikalienbestandes der Pfarrkirche Hall i.T. mit ca. 350 Handschriften aus dem 18./19. Jahrhundert und ca. 400 Drucken aus dem 19. Jahrhundert. Unser neuer Mitarbeiter Mag. Dr. Franz Gratl hat damit in der ersten Jahreshälfte 2002 begonnen.
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Beiträge in Zeitschriften, Sammelbänden und Lexika (Auswahl) - Die Tirolensien in der Sachranger Musikaliensammlung des Peter Huber (1766-1843), in: Tiroler Heimatblätter 61 (1986), S. 74-85
- Vom Musikleben im Stift Wilten, in: Kirchenmusikalisches Jahrbuch 72 (1988), S. 53-116
- Zur Werküberlieferung von Komponisten der tirolischen Franziskanerprovinz im 18. Jahrhundert, in: Der Schlern 62 (1988), S. 92-102
- Zur Auffindung von Autographen des Komponisten Stefan Stocker (L. B. Est), in: Der Schlern 64 (1990), S. 516-536
- Kirchenmusik in Elmen im 19. Jahrhundert, in: Tiroler Heimatblätter 65 (1990), S. 101-109
- Der "Tiroler Musikkataster" - Die neue Institution zur Bewahrung musikalischer Traditionen in Tirol, in: Der Schlern 68 (1994), S. 52-53
- Prägnante Zeugnisse des Cäcilianismus in Tirol - Musikalien aus der Pfarrkirche Sillian, in: Osttiroler Heimatblätter 62 (1994), Nr. 2, S. [1-2]
- Von "Vorsängerinnen" und "Herren Musikanten" auf dem Pfarrchor - zur Kirchenmusik in Vils, in: Durch Jahrhunderte getragen. 600 Jahre Pfarrgemeinde Vils, hrsg. v. Rupert Bader, Vils 1994, S. 188-196
- Bemerkungen zur Musiküberlieferung [im Stift Stams], in: Eines Fürsten Traum. Meinhard II. - Das Werden Tirols. Tiroler Landesausstellung 1995 Schloß Tirol - Stift Stams, Dorf Tirol - Innsbruck 1995, S. 491-500 (und Katalogtexte S. 564, 566, 568-570)
- Die Arbeit des Tiroler Musikkatasters, in: Tiroler Heimatblätter 70 (1995), S. 38-44
- Musik in Absam - Fragmente ihrer Geschichte aus 500 Jahren, in: Absam. Amtliche Mitteilungen der Gemeinde, Ausgabe Nr. 10, Oktober 1995, S. I-II
- Der Tiroler Musikkataster - eine Dokumentation der Musikgeschichte Tirols, in: Kulturgüter in Tirol - In der Landschaft, im Ortsbild, im Museum, hrsg. v. der Kulturabteilung der Tiroler Landesregierung, Innsbruck [1996], S. 10
- Der Tiroler Musikkataster - aktuell, in: Mitteilungen der Österreichischen Gesellschaft für Musikwissenschaft Nr. 30 (1996), S. 83-87
- Edmund Angerer OSB (1740-1794) aus Stift Fiecht/Tirol - Der Komponist der "Kindersinfonie"?, in: Mozart-Jahrbuch 1996, S. 23-38
- Tiroler Spuren zum göttlichen Sachsen [Johann Adolf Hasse], in: Tiroler Tageszeitung vom 16./17. 8. 1997, S. 6
- Zur Dokumentation von Musikhandschriften im Tiroler Musikkataster / RISM Westösterreich, in: INFO RISM Nr. 8 (1997), S. 20-23 (englisch S. 23-26: Concerning the Documentation of Music Manuscripts in the Tiroler Musikkataster/RISM West Austria)
- Einst musikalische Belustigung - heute musikhistorischer Sensationsfund: die "Kindersinfonie" im Stift Stams, in: Spektrum. Zeitschrift des Meinhardinums Stams, Ausgabe 97/98, Stams 1998, S. 11-13
- Klassisch, subtil, alpenländisch. Stefan Paluselli aus Kurtatsch zum 250. Gaburtstag, in: Dolomiten vom 8. 1. 1998, S. 19
- Libretti in Tirol - Zu einem vernachlässigten Quellenbestand, in: INFO RISM Nr. 9 (1998), S. 45-51 (englisch S. 51-53: Libretti in the Tyrol - Discussion of a neglected Source Collection/Summary)
- Stams, in: Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Zweite, neubearbeitete Auflage, Sachteil, Bd. 8, Kassel [u. a.] 1998, Sp. 1732-1735
- Tiroler Quellen - unverzichtbare Dokumente zur Musik in bayerischen Klöstern, in: Musik in Bayern, Heft 57 (1999), S. 71-81
- Angerer, Edmund, in: The New Grove Dictionary of Music and Musicians. Second Edition, vol. 1, London-New York 2001, p. 651
- "Ein Andenken für den Chor der Domkirche in Brixen". Johann Baptist Gänsbachers Beziehung zu Brixen, in: 1100 Jahre Brixen - 600 Jahre Cusanus [Programm zum Kongress] Brixen 11.-14.Oktober 2001, hrsg. v. der Brixner Initiative Musik und Kirche und der Cusanus Akademie, Brixen 2001, o. p.
- Musik der Brixner Komponisten Christoph Sätzl (1592/93-1655) und Johann Jakob Walther (ca. 1658-1706), in: [Konzertprogramm der] Brixner Initiative Musik und Kirche, Brixen, 3. August 2001, o. p.
- Musik, wie sie im 17. Jahrhundert in Brixen erklang: Werke von Christoph Sätzl (1592/93-1655) und Johann Stadlmayr (ca. 1575-1648), in: 1100 Jahre Brixen - 600 Jahre Cusanus [Programm zum Kongress] Brixen 11.-14.Oktober 2001, hrsg. v. der Brixner Initiative Musik und Kirche und der Cusanus Akademie, Brixen 2001, o. p.
- Paluselli, Stefan, in: The New Grove Dictionary of Music and Musicians. Second Edition, vol. 19, London-New York 2001, p. 19
- Zur Überlieferung der Kompositionen von Johann Georg Tschortsch, in: Schwazer Heimatblätter, Sondernummer, Nr. 45 (2001), S. 13-15
- Zur Musikaliensammlung im Domkapitelarchiv Brixen, in: Der Schlern 75 (2001), S. 941-956
- Zur Musikaliensammlung im Domkapitelarchiv Brixen [Aktualisierte Fassung vom November 2002, mit Abb.], in: 1100 Jahre Brixen - 600 Jahre Cusanus, Symposion Brixen 2001 (Cusanus Akademie - Brixner Initiative Musik und Kirche), Brixen 2002, S. 49-101
- Klingende Musikgeschichte Tirols - CD-Editionen des Instituts für Tiroler Musikforschung und der Musiksammlung des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum, in: Musikwissenschaft im Phonomarkt - Alte Musik und CD-Produktion. Bericht zum 1. Lüneburger Musiksymposium im Februar 1999, hrsg. von Evelyn Marien und Andreas Heinen, Wilhelmshaven 2002, S. 97-106
- Sinfonien im Stift Stams in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts - Bemerkungen zum Repertoire, in: Im Dienst der Quellen zur Musik. Festschrift Gertraud Haberkamp zum 65. Geburtstag, hrsg. v. Paul Mai/Bischöfliche Zentralbibliothek Regensburg, Tutzing 2002, S. 75-87
- "Die letzten Zeugnisse kulturellen Lebens" - Das Musikarchiv des Kollegiatstifts Innichen (Südtirol), in: Gedenkschrift für Walter Pass, hrsg. v. Martin Czernin, Tutzing 2002, S. 757-769
- Aus dem Alltag der Arzler Musikkapelle im 19. Jahrhundert, in: 200 Jahre Stadtmusikkapelle Innsbruck-Arzl <1803-2003>, hrsg. v. Manfred Putz, Innsbruck 2003, S. 75-86
CD-Edition - Musik aus Stift Stams, vol.1-21, Innsbruck: Institut für Tiroler Musikforschung 1994ff. (mit Manfred Schneider)
Rundfunksendung - "Fromme Fürsten - fröhliche Fratres". Musik aus Stift Stams und Live-Interviews mit Hildegard Herrmann-Schneider von Klaus Konjetzky am 25. Dezember 1999 in "Bayern 4 Klassik" (Bayerischer Rundfunk, Sendezeit zwei Stunden)
Publikationen zum Thema Musikinstrumente in Tirol (Auswahl) Hildegard Herrmann-Schneider:
- Die Lauten- und Geigenmacher vom Außerfern - Meister der Geigenbaukunst in Europa, in: Künstler, Händler, Handwerker. Tiroler Schwaben in Europa. Tiroler Landesausstellung 1989 [Katalog], Innsbruck 1989, S. 358-399
- Geigenbau in Absam und Umgebung. Ausstellung im Gemeindemuseum Absam 8.6.1990-1.7.1990. Konzept und Beschreibung der Exponate, Innsbruck 1990 (als Manuskript vervielfältigt, Exemplar in der Bibliothek des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum, Signatur FB 56286 □)
- "Mit lieblichen Stimmen sich lustig hören lassen": Vom Musizieren der Bergleute in Tirol, in: Silber, Erz und weißes Gold. Bergbau in Tirol. Tiroler Landesausstellung 1990 [Katalog], Innsbruck 1990, S. 402-431
- Die erste Auffindung einer Viola des Reuttener Geigenbauers Anton Hauser (1793), in: Tiroler Heimatblätter 69 (1994), S. 3-5
- Das besondere Museum - Das "Gemeindemuseum Absam", in: Tiroler Heimatblätter 70 (1995), S. 66-68
- Johann Hueber (1758-1821) - ein Außerferner Geigenmacher in München, in: Musik in Bayern Heft 51 (1995), S. 35-45
- Die Zithern der Sammlung Walther Schwienbacher im Südtiroler Landesmuseum für Volkskunde, Dietenheim 2000
- Spätmittelalterliche Maultrommelfunde in Nordtirol, in: Volksmusik - Wandel und Deutung. Festschrift Walter Deutsch zum 75. Geburtstag (Schriften zur Volksmusik, Bd. 19), hrsg. v. Gerlinde Haid [u.a.], Wien [u.a.] 2000, S. 283-293
- Die Zithersammlung Walther Schwienbacher im Südtiroler Landesmuseum für Volkskunde, in: Sänger- und Musikantenzeitung 44 (2001), S. 403-405
- Josef Wegers "Türkische Musik", in: Bürgermusikkapelle Brixen 1801-2001. Festschrift, Brixen 2001, S. 11-13
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