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Reichtum der Vielfalt
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Das Inventar an Musikinstrumenten des Ferdinandeums umfasst an die 400 Nummern, wobei die mehr als 200 Maienpfeifen unter einer Nummer zusammengefasst sind. Der Bestand enthält nahezu alle Gattungen an Musikinstrumenten von urtümlichen Vorformen wie Tierhörnern oder einfach hergestellten Lärmgeräten, die im Brauchtum verwendet wurden, wie die sog. "Krapfenschnapper" aus Osttirol, bis zu den herrlichen Meisterinstrumenten Jakob Stainers. Die Sammlung umfasst Mautrommeln unterschiedlicher Formate mit dazugehörigen Behältern ebenso wie Glocken, Schellen und Rollen, die sowohl im Weidebetrieb wie im Brauchtum verwendet wurden.
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Zwei Maultrommeln, Inv.-Nr. 354 und 355 |
Johann Heinrich Hörmann (1694-1763), "Parthia ab VIII instrumentis" Abschrift aus dem Haller Damenstift, um 1730 Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Musiksammlung, Inv.-Nr. M 3070 Zu den obligaten Instrumenten dieser originellen Folge von barocken Tanzsätzen gehört auch eine Maultrommel. |
Krapfenschnapper, Nikolsdorf/Osttirol um 1985 Gruppen von Kindern kommen an Allerseelen in die Häuser und klappern mit ihren "Schnappen", zumeist hölzernen Tierköpfen und bekommen dafür Krapfen |
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"Krapfenschnappe" aus Oberlienz, um 1985, Inv.-Nr. 310 |
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Ein "Vogelörgelchen" zum Abrichten von Kanarienvögeln, das vor allem in der Oberinntaler Gemeinde Imst große Tradition hatte, die in der Operette "Der Vogelhändler" von Karl Millöcker thematisiert ist, ist ebenso dokumentiert wie ein "Hölzernes G'lachter" (eine mit je 12 abgestimmten Brettchen aus Fichtenholz, mit einer Schnur zusammengehaltenen und auf zwei seitlich liegenden Strohwülsten befestigten Vorform des Xylophon), mit dem die Zillertaler Nationalsängergesellschaft Franz Rainer durch die Welt zog.
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Hölzernes G'lachter", Fügen im Zillertal 1904 Inv.-Nr. 256 a, b Karl Magnus Klier schreibt zu diesem Instrument in seinem Buch Volkstümliche Musikinstrumente in den Alpen, Kassel 1956, S. 54: Ein Hölzernes G'lachter aus dem Besitz der Familie Rainer im Zillertal, den weitgereisten Nationalsängern, hat die Brettchen in zwei Reihen nebeneinander angeordnet. Die Maße sind: linke Reihe, längstes Brettchen (= tiefster Ton) = 25 cm lang, kürzestes Brettchen (= höchster Ton) = 15 cm; dasselbe rechts: 28,5 und 17,5 cm. Länge der Strohwülste = 46 cm. - Möglich sind die Tonarten G-, C-, D- und F-Dur. Bei Sextengängen liegen die Töne nebeneinander, bei Terzen meist auf einer Seite übereinander, so dass Volksweisen im Natursatz - in Horntönen - leicht zweistimmig spielbar sind. Die Anordnung der Töne des zweireihigen Instruments ist diatonisch und zeigt große Verwandtschaft mit jener des Hackbretts, und auch die Schlagtechnik ist nahezu die gleiche. Zum Anschlagen dienen zwei Hämmerchen aus Hartholz. |
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Eine Attraktion ist der Schellenbaum "Glögglhut", der besonders im frühen 19. Jahrhundert zu einem repräsentativen Bestandteil einer Tiroler Musikkapelle gehörte. Sein Ursprung geht auf die Kapellen der türkischen Janitscharenregimenter zurück. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gehörte der Schellenbaum schon zum festen Bestandteil einer "Türkischen Musik" in der Österreichischen Regimentskapelle, wo er zusammen mit den Tschinellen und der Großen Trommel die Rhythmusgruppe bildete. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts ist der Schellenbaum allmählich abgekommen. Vermutlich aus einer österreichischen Militärkapelle stammt auch der "Glögglhut" des Ferdinandeums, wie der am Instrument angebrachte Doppeladler nahe legt. Der Schellenbaum besteht aus einem größeren und kleineren eisernen Kranz mit Glöckchen in mehreren Größen. Die darüber befestigte nach oben blickende Mondsichel erinnert an die türkische Provenienz des Instruments.
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Schellenbaum ("Glögglhut"), frühes 19. Jahrhundert Inv.-Nr. 228 |
Die Wiltener Musikbande bei der Beisetzung der Gebeine Andreas Hofers in der Hofkirche in Innsbruck, 1823 (Detail) Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum |
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Tirol gilt vielfach als ein Land der Blasmusik, und es ist ja auch bezeichnend dafür, dass es mehr Musikkapellen im Lande gibt als Gemeinden. Diese Tradition hat zwei Wurzeln. Zum einem entwickelte sich die Blaskapelle in der heutigen Form aus den kleinen Einheiten von Trommlern und Pfeifern, die die Soldaten begleiteten und ihren Marschrhythmus bestimmten. Die von den Pfeifern verwendete Querflöte wurde in Tirol aber bald als "Schwegelpfeife" auch ein beliebtes Volksmusikinstrument. Schon Anfang des 19. Jahrhunderts konnte ein Reiseschriftsteller berichten, dass die Schwegelpfeife " fast in jeder Alphütte, insbesondere des Zillertales" zu finden ist. Aber auch in der Tradition der Schützen blieb das ursprüngliche Paar Trommler und Schwegler noch im 19. Jahrhundert vielfach präsent, obwohl sich aus diesem historischen Kern zumeist schon die bereits stattlich besetzten Musikkapellen herausgebildet hatten.
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Schützenschwegel, Innsbruck, um 1860, Inv.-Nr. 262 |
Placidus Altmutter, Scheibenschießen (Detail), um 1815, Fresko in der Innsbrucker Hofburg, "Altmutterzimmer" Der Trommler und der Schwegelpfeifer geben mit typisierten Signalen den Schützen die Trefferzahl bekannt. |
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Die Sammlung der Musikinstrumente enthält insbesondere auch eine Reihe von Trommeln, die teilweise Beutestücke aus den Befreiungskämpfen darstellen, so z.B. zwei bayerische und eine sächsische Militärtrommel neben Tiroler Schützentrommeln aus derselben Zeit.
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Tiroler Schützentrommeln, Große Tiroler Schützentrommel, Pustertal, um 1800 Inv.-Nr. 90 Schützentrommel mit 2 Trommelschlägel und Tragriemen, um 1810 Inv.-Nr. 152 Schützentrommel aus dem Besitz des Hauptmanns Weber in Oberperfuß, um 1800 Inv.-Nr. 40 |
Placidus Altmutter, Szene aus den Tiroler Freiheitskämpfen 1809 (Detail), um 1815 Fresko in der Innsbruck Hofburg "Altmutterzimmer" Tiroler Schützen mit Trommler |
Schützentrommel aus dem Besitz des Hauptmanns Weber in Oberperfuß, um 1800 Inv.-Nr. 40 |
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Die andere Wurzel unserer heutigen Blaskapellen ist die Pfarrmusik, die in vielen Tiroler Orten eine beachtliche Qualität erreichte. Davon zeugt die Mannigfaltigkeit der überlieferten Instrumente ebenso, wie die erhaltenen Musikalien und zahlreiche archivalische Berichte.
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Christoph Anton Mayr Votivfresko der Einweihung der Hl. Kreuzkirche bei Pill, 1767 Detail: vorne die Pfarrmusik mit Hörnern, Klarinette (Oboe?) und Violone, dahinter die Pauker und Trompeter der berittenen Sakramentsgarde von Schwaz |
Zwei Klarinetten von Anton Brambach, Innsbruck um 1850 links: C-Klarinette, Inv.-Nr. 196 rechts: B-Klarinette, Inv.-Nr. 197 |
Zwei Oboen von C.A. Sattler in Leipzig, um 1820 Inv.-Nr. 288 und 289 |
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Franz Krismer (1790-1847), Traversflöte, Innsbruck um 1825 Inv.-Nr. 249 |
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Votivtafel der Jubiläumsprozession der Skapulierbruderschaft in Telfs, 1772 Details mit der Pfarrmusik, Tiroler Volkskunstmuseum Innsbruck |
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Zwei Trompeten links: Inventionstrompete von Joseph Riedl, Wien, um 1830, Inv.-Nr. 147 rechts: Naturtrompete, um 1780, Inv.-Nr. 114 |
Kesselpauken aus Stift Stams, um 1780 dazugehörig 1 Paar Paukenschlägel Inv.-Nr. 180 Details |
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Porträt von Josef Abenthung (1779-1860), Ölbild, um 1840 Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum Abentung ist der typische Tiroler Landchorregent, der auch als Lehrer der Dorfschule und Mesßner wirken musste und für alle musikalischen Belange seiner Gemeinde Götzens zuständig war. An der Wand hängen Klarinette, Geige und Trompete |
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Johann Josef von Menz, Die Bozner Pfarrmusik Detail aus dem Kupferstich: "Der festlich beleuchtete Merkantilpalast aus Anlaß des Besuches der Herzogin von Parma am 13. Oktober 1760 in Bozen", 1761 Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Bibliothek FB 6892 |
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2 Naturhörner von Andreas Barth, München, um 1840 aus der Pfarrkirche Achenkirch mit dazugehörigen Stimmbögen Inv.- Nr. 342 und 343 |
Engel mit Horn, Stift Stams Fresko in der Orangerie, um 1780 |
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Zwei Hörner links: Waldhorn von Anton Brambach Innsbruck um 1850, Inv.-Nr. 146 rechts: kleines Posthorn, um 1790, Inv.-Nr. 119 |
Waldhorn von Anton Brambach. Detail mit Blattverzierung am Kranz |
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"Nikolauswecken" in Mals 1941 Foto Richard Wolfram, 1941 Kinder mit Bockshörnern beim "Aufgelärme" |
"Klöckln" in Reinswald um 1960 Foto von Friedrich Haider Klöcklergruppe, voran der Bockshornbläser |
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Diese "Hifthörner" waren ein einfaches leicht gekrümmtes Horn vom Wisent, Auerochsen oder Rind. Später wurden diese Jagdhörner aus Rinde, Holz, Leder oder Metall hergestellt. Sie konnten nur einen Ton hervorbringen, der aber vielfältig rhythmisch differenziert werden konnte und so die verschiedenen Jagdsignale ausdrückte. Ein Prachtinstrument dieser Gattung ist das aus Messing geformte und mit braunem Leder überzogene Jagdhorn des Ferdinandeums aus dem 16. Jahrhundert.
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Zwei Bockshörner aus Längenfeld im Ötztal um 1986, Inv.-Nr. 305 und 306 und Jagdhorn in D, um 1580, Inv.-Nr. 3 |
Hornbläser. Gobelin, 1730 Südtiroler Landesmuseum für Jagd und Fischerei Schloss Wolfsthurn |
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Signalzwecken dienten auch die Pillhörner oder Rufhörner, die im Südtiroler Sarntal bis in die unmittelbare Gegenwart als "Wald-" oder "Strebtuter" bekannt und teilweise sogar noch in Gebrauch waren. Das Alphorn war einst in allen Landesteilen vor allem als Signalinstrument der Alphirten verbreitet.
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Zwei Alphörner Links: Hirtenhorn, Rufhorn aus Enneberg um 1820 Inv.-Nr. 95 Rechts: Pillhorn (Brüllhorn) aus Laatsch im Vinschgau um 1870 Inv.-Nr. 187 |
"Brücke bei Cortina di Ampezzo", Stahlstich, um 1840 (Detail: Hirte mit Alphorn) in: Johann Gabriel Seidl, Wanderungen durch Tyrol und Steyermark Band 1, Leipzig o. J. (um 1840), S. 158 Details |
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Hirten mit Alphorn aus einer Papierkrippe von Georg Haller in Götzens, um 1800 |
Alphorn, Oberinntal um 1800 Inv.-Nr. 42 |
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Zu den höher entwickelten Volksmusikinstrumenten zählen die Drehleier und der Dudelsack. Ursprünglich war die Radleier ein dignitätvolles Instrument in den Händen von Engeln und Heiligen, ist aber bald in seiner Bewertung abgesunken zu einer "Bauren- und umblaufende Weiber-Leyer" (Michael Praetorius, 1618). Mit dem Aufkommen der höfischen Schäferidylle im 18. Jahrhundert wurden Radleier und Dudelsack wieder beliebt und gesellschaftsfähig, so dass sogar der große Haydn für die Radleier Konzerte schrieb, die dem König von Neapel gewidmet sind. Aus dieser Zeit stammt auch die Radleier der Sammlung des Ferdinandeums, deren Korpus nach altertümlichem Gambenmodell geformt ist. Die Radleier ist ein mechanisches Streichinstrument. Der streichende Bogen ist ein mit Kolophonium eingelassenes Kurbelrad, während die die Saiten verkürzenden Finger von Stoßtangenten ersetzt sind. Neben den meist doppelten, im Einklang gestimmten Melodiesaiten, hat das Instrument noch weitere tiefe Bordunsaiten, die dudelsackähnliche Orgelpunkte halten. Die Drehleier besitzt einen näselnden, scharfen und starren Klang voller Eindringlichkeit und Wehmut und war vielleicht auch darum besonders als Bettelinstrument geeignet, zu dem es im 19. Jahrhundert wiederum abgesunken ist. Im Erwerbungsbuch des Ferdinandeums aus dem Jahr 1893 ist die Herkunft des Instruments mit "Bauernleier aus dem Zillerthal" beschrieben.
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Drehleier, um 1800 Inv.-Nr. 29 |
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Alexander Maisfelder Musikantenpaar mit Dudelsack und Drehleier, 1573 Fresko am Gasthof Stern in Ötz |
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Von den technisch hochwertigen Volksmusikinstrumenten sind in Tirol besonders die Zither, die Harfe und das Hackbrett beliebt und auch gegenwärtig noch vielfach in Gebrauch. Die Tiroler Bauerharfen sind diatonisch und gewöhnlich in Es-Dur gestimmt, haben 36 Saiten und 7 Pedale. Einer der besten Harfenbauer im 20. Jahrhundert war Joseph Bradl in Brixlegg. Im 19. Jahrhundert stellte neben Johann Fritz in Innsbruck auch Jakob Schrott Bauernharfen her. Simon Kreutner, ein Bauer und Bastler in Hart im Zillertal machte bis zum kurz vor dem ersten Weltkrieg neben anderen Volksmusikinstrumenten auch Harfen. Die wenigen erhaltenen Harfen des Ferdinandeums stammen mehrheitlich aus dem Zillertal.
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Karl Magnus Klier schreibt über die Volksharfe in seinem Standardwerk"Volkstümliche Musikinstrumente in den Alpen", Kassel 1956, Seite 60: "Heute wird die bäuerliche Harfe nur mehr in Nordtirol und im Lungau - wohin sie von Tirol aus gekommen ist - gespielt. In Nordtirol ist die Verbreitung begrenzt auf das untere Inntal von Innsbruck abwärts und die einmündenden Seitentäter. Harfenspieler - es spielen nur Männer - gibt oder hat es gegeben in Volders, Breitenbach, Kirchbichl, … und besonders in den südlichen Seitentälern: im Zillertal, Alpbachtal, Wildschönau und Brixental. Vier Harfen aus Volders, Pertisau, aus dem Unterinn- und Zillertal besitzt das Innsbrucker Museum Ferdinandeum…. Am lebendigsten dürfte die Spielüberlieferung im Zillertal geblieben sein". |
Der Wirt und Harfenspieler Stanis Pfisterer in Mayrhofen im Zillertal Foto, um 1965 |
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Eine davon ist mit 1844 datiert. Auf einem beigefügten Zettel ist ferner vermerkt: "Harfe aus Finsing bei Uderns im Zillertal, wo sie von einer alten schwerhörigen Frau gekauft wurde, welche nach ihrer Angabe damit mehr als 50 Jahre bei Hochzeiten und anderen Festlichkeiten aufgespielt hatte."
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Bauernharfe aus Finsing im Zillertal, bezeichnet mit A P/1844 Inv.-Nr. 72 Details |
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Die Volksharfe ist in der Tiroler Volksmusik überaus beliebt, besonders im Unterland und wird gegenwärtig noch in Kitzbühel, Ebbs, Thiersee, Münster, Schwaz und Lienz gebaut.
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Bauernharfe aus Pertisau, um 1870 Inv.-Nr. 73 |
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Bauernharfe aus dem Zillertal um 1850 Inv.-Nr. 26 Details |
Bauernharfe aus Volders um 1850 Inv.-Nr. 131 Details |
Bauernharfe aus dem Unterinntal um 1850 Inv.-Nr. 30 Details |
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Während die Tradition des volkstümlichen Harfenspiels in Tirol anscheinend erst nach 1800 seinen Anfang genommen hat, ist die Zither in Tirol schon wesentlich früher nachgewiesen. Eine der ältesten erhaltenen Zithern stammt aus der Gegend von Brixen, Südtirol und trägt die Jahreszahl 1675. In der Form eines langen Rechtecks, hatte sie zwei Spiel- und zwei Begleitsaiten und ein besonderes Griffbrett mit 14 Bünden. Sie ist beschrieben von G. Kinsky im Katalog des Musikhistorischen Museums von W. Heyer in Köln. Diese Zither ist gewissermaßen die Vorform des "Raffele", das vor allem in der Gegend von Meran und im Passeiertal bekannt war. Die Sammlung des Ferdinandeums besitzt zwei solcher Schlagzithern, wobei mit der linken Hand des Spielers die Melodie gegriffen wird, während die rechte Hand mit einem Plektron aus Holz oder Horn in rascher Tremolobewegung der Ton erzeugt. Beide Instrumente haben zwei Griffbrett- und sechs Begleitsaiten.
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Zither in Salzburger Form aus dem Passeiertal, um 1850 Inv.-Nr. 27 |
Anklöpfln in Niederau, um 1950 Sänger und Instrumentalisten mit Harfe, 2 Zithern, Kontrabass und Gitarre |
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Dass auch das Hackbrett in Tirol überaus bekannt und verbreitet war, belegen neben einigen erhaltenen Instrumenten zahlreiche Abbildungen. Vor allem der großartige Tiroler Genremaler Placidus Altmutter hat wiederholt ein mit Geige, Schwegel, Bassettl (ein kleiner Bass, der zuweilen mit einem Riemen versehen war und so auch im Gehen gespielt werden konnte) und Hackbrett besetztes Volksmusikensemble dargestellt, dass mit Sicherheit den realen Gegebenheiten entsprochen hat.
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Placidus Altmutter, Bauerntanz, um 1815 Fresko im "Altmutterzimmer" der Innsbrucker Hofburg Die Tanzmusik hat die bei Altmutter typische Besetzung: Schwegel, Geige, Hackbrett, Basettl. |
Kleines Hackbrett, auf dem dazugehörigen Kasten der Vermerk "G.C.T.1794" Inv.-Nr. 38 |
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Sigmund von Perger, Bauerntanz vor dem Wirtshaus, um 1825 (Trachten: St. Johann im Tiroler Unterland) Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Bibliothek, Inv.-Nr. Dip. 1365 |
Mittelgroßes Hackbrett aus dem Pustertal, um 1790 Decke mit zwei großen Rosetten, umgeben von Ornamenten und Rosenranken. Detail |
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Tanz in einem Gasthaus, vermutlich in Hall in Tirol Tafelbild, um 1830, Tiroler Volkskunstmuseum Innsbruck Die Tanzmusik besteht aus Schwegelpfeife, Geige, Bassettl und zwei Waldhörner |
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Bassettl mit Tragriemen aus dem Passeiertal, um 1800 Inv.-Nr. 60 Detail mit Löwenkopf |
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Streichinstrumente in volksmusikalischer Tradition des Spiels und vielfach auch der Herstellung waren in Tirol vor allem im Passeiertal, im Zillertal und im Osttiroler Iseltal gebräuchlich.
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